Autorenwahnsinn #3: Wann und wie hast du mit dem Schreiben angefangen?

Ich glaube Autoren kommen nicht zum Schreiben, es ist von vornherein tief in ihnen verankert & bricht früher oder später aus ihnen heraus.

Dieser tolle Tweed von Magret Kindermann hat mir heute endlich die Inspiration für die Beantwortung der dritten Frage des vergangenen Autorenwahnsinn gebracht.

Wenn ich nicht gerade schreibe oder zu viele Probleme dazu habe, bin ich seit einer Weile wieder sehr viel auf Twitter unterwegs. Dort kann ich nicht nur meine Gedanken ehrlich und vielfältig mit der Welt teilen, und mich nebenbei daran erfreuen, wenn sie gut ankommen. Ich kann mich auch mit sehr interessanten Menschen austauschen und dabei unter Anderem auch über das Schreibe dazulernen.

Jedenfalls beschäftigte sich die der dritte Autorenwahnsinn mit der Frage:

Wann und wie hast du mit dem Schreiben angefangen?

Meine Antwort kommt erst jetzt, weil mir lange keine passende einfallen wollte, bis jetzt.

Oben zitierten Tweed stimme ich voll und ganz zu, denn auch bei mir war es so.
Meine Liebe zu den geschriebenen Wörtern sowie die zu Büchern entdeckte ich bereits im Kindesalter. Schon früh hatte ich Bücher in der Hand, die ich noch nicht einmal lesen konnte und »las« meiner Mutter daraus erfundene Geschichten »vor«. Zweifellos hat meine Mutter, zu der ich heute leider ein sehr schwieriges Verhältnis habe, meine Leidenschaft mit entfacht, weil auch sie immer sehr viel liest. Später haben wir sogar manche Bücher getauscht, aber diese Zeit ist lange her.

Später in der Schule kam dann meine Leidenschaft zum Schreiben hinzu, und zwar in der 5. Klasse, bei einer Lehrerin, die ich früher nicht so mochte, aber der ich heute sehr dankbar bin. Damals lernte sie uns nämlich im Deutschunterricht (den ich immer schon liebte) das Schreiben von Erzählungen und Bildergeschichten. Deshalb freute ich mich in diesem Schuljahr immer ganz besonders auf die Deutschstunde.

Warum ich dann aber all die Jahre bis 2014 gebraucht habe, um meine ersten Fanfictions zur Kinofilmreihe Die wilden Kerle und der ehemaligen Band Cinema Bizarre zu schreiben, weiß ich nicht mehr. Aber ich weiß, dass dort sehr viel persönliche Gefühle mit eingeflossen sind, die nur wenig mit dem großen Fan-Hype zutun hatten, den die Entdeckung der Band bei meinen Freundinnen und mir in den Jahren davor ausgelöst hatte.

Nachdem die ersten Kapitel zu oben genannten Fanfictions gut ankamen, versuchte ich mich bald darauf erstmals mit einem freien, also eigenen Projekt. Von der Idee dazu beflügelt, schrieb ich Seite um Seite, weit über 1.000 Wörter. Doch als ich mein Werk online stellte kamen keine Rückmeldungen, keine einzige. Das verunsicherte mich und ließ mich an meiner Idee zweifeln.
Zu dieser Zeit hatte ich schon die wunderbare Schreibwerkstatt entdeckt  und so holte ich mir dort Rat. Da bekam ich Begriffe zu lesen, von denen ich noch nie gehört hatte; Plot, Szene, Konflikt, …

Weil das alles wichtig für eine gelungene Geschichte zu schien, und es mich neugierig machte, fing ich daraufhin an, mich damit intensiv auseinanderzusetzen; ich tauschte mich in Foren darüber aus, kaufte mir Schreibratgeber, die ich von A-Z durchwälzte und mir seitenweise verständlich zusammenfasste, probierte es in der Praxis an meinem eigenen Projekt aus, und holte mir in den Foren Feedback ein.
Als ich dann alles soweit verstanden habe, dass ich mir zutraute, es anzuwenden, vertiefte ich mich in die Planung meines Projektes, bis ich guten Gewissens mit dem Schreiben der eigentlichen Geschichte beginnen konnte.
Das alles beschäftigte mich die letzen zwei Jahre(*) ganz gut. Eigentlich war es weniger Zeit, weil privat noch einiges dabei war, das mir mitunter Nerven raubte.

Nach einer erzwungenen zweimonatigen Schreibpause, habe ich im Frühjahr des Jahres mein eigenes Projekt in einem zufälligen Rausch wiederentdeckter Fanliebe zu Cinema Bizarre, in die digitale Schublade gesteckt, um mich wieder der Fanfiction dazu zu widmen. Nicht nur, weil ich mit dem ganzen Herzblut meines noch immer schlagenden Fanherzes dabei bin, sondern weil ich Fanficitions eine gute Übung finde, für spätere Originale. Bei dieser verwende ich nun all mein gesammeltes Wissen zum Handwerk Schreiben und lerne stets Neues dazu, oder wie ich eine Technik personalisieren kann, für mich besser verwenden.
Das heißt, ich hole mir viele Anregungen aus meinen Schreibratgebern, setze am Ende jedoch nicht alles genauso um, wie darin beschrieben. Tatsächlich setzt ich momentan sogar nur etwa die Hälfte des Erlernten um, weil ich einfach gemerkt habe, dass ich einiges für mich gar nicht brauche, oder dass es für mich es besser ist, es etwas anders umzusetzen.

Schreibratgeber betrachte ich mitlerweile als sehr interessant zu lesen aber nicht als eine Art »Gesetz« oder so, sondern vielmehr als Anregungen und Tipps, die man umsetzen kann aber nicht muss.

Mein freies Projekt sowie all meine Fanfiction-Anfänge sind jedoch nicht gelöscht! Nein, sie warten nur darauf, bis ich sie wieder  hervorhole und auch sie mit dem jetzt vorhandenen Wissen verbessere.

(*) Eine sehr gute Übersicht bieten der Adventsrückblick I, der Bericht über meine Berlinreise im vergangenem Jahr sowie meine Beiträge über die Projekte Bizarre Connections und Freaky Normal.

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